Biografie Christian Ehring

Für die einen ist er der „Philosoph unter den Tischfußballern“, andere nennen ihn den „Heiner Bremer des Rock’n Roll“, den „Mussorgsky der Algebra“ oder schlicht bei seinem Vornamen. Er selbst vergleicht sich gern mit Winston Churchill, aber das ist vermutlich was Pathologisches. Wer aber ist dieser Mann, der sich so hartnäckig allen Klischees verweigert?

1972

Christian Ehring erblickte 1972 in Duisburg das Licht der Welt – so weit jedenfalls im Ruhrgebiet von Licht die Rede sein konnte. Aufgewachsen in der niederrheinischen Provinz (Krefeld), trieb er schon früh seine Karriere voran: Kindergarten, Schule, Messdiener. Nebenbei lernt er Klavier. Singen und Schauspiel, Tanzen und Steppen, Reiten und Fechten durften natürlich nicht fehlen. War aber zu teuer.

1980 – Die Zäsur

1980 die erste große Zäsur. Völlig unvermittelt brechen die 80er-Jahre an. Eine wilde Zeit. Um ein Haar wäre Ehring Punk geworden, wenn es seine Eltern denn erlaubt hätten. Stattdessen schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs als Aushilfsorganist durch und gründet 1990 das Kabarett „Die Scheinheiligen“.

1992 – Abitur

1992 Abitur. Ehring verlegt seinen Lebensmittelpunkt ans andere Ende der damals bekannten Welt: Köln. Kulturschock. Vor Schreck beginnt er ein Jurastudium (kurz), dann ein Germanistikstudium (lang). Beide Projekte mussten leider unvollendet bleiben.

1997 – Die Scheinheiligen

1997: „Die Scheinheiligen“ sind unversehens ein republikweit anerkannter Geheimtipp geworden. Mit Bühnenpartner Volker Diefes und dem Programm „Generation XXL“ tingelt Ehring übers Land und ist auch schon mal im Fernsehen zu sehen. Lustiger noch als das Programm selbst sind die vielen Kleinkunstpreise, die man dem Duo ans Revers heftet: St. Ingberter Pfanne, Melsunger Kabarettpreis, Magdeburger Kugelblitz, Obernburger Mühlstein, Aachener Westspitze und Stuttgarter Besen.

1998 Kom(m)ödchen

1998 entdeckt Kay S. Lorentz den jungen Kleinkunstrecken und engagiert ihn vom Fleck weg für sein „Düsseldorfer Kom(m)ödchen“, wo er fortan als satirischer Angestellter (Autor, Komponist, Pianist, Schauspieler) das altehrwürdige Kabarettmöbel frisch aufpoliert.

2002 – Solo, aber nicht allein

Im Gegensatz zu Gerhard Schröder hält er eine Amtszeit von vier Jahren für lang genug, verlässt im Sommer 2002 das Kom(m)ödchen und startet eine Solokarriere. Außerdem arbeitet er verstärkt als Autor, spielt zusammen mit Martin Maier-Bode das Wahlprogramm „Spaßparteitag“ und mit dem Duo Seibel/Wohlenberg das WM-Special „Ballzauber“. Von 2005 bis 2006 bildet er mit den Kollegen HG Butzko, Robert Griess und Wolfgang Nitschke das Ensemble der „Schlachtplatte“ – mit regelmäßigen Monatsrückblicken im Düsseldorfer Kom(m)ödchen, im Kölner Senftöpfchen, im Bonner Pantheon und im Neuen Theater Höchst (Frankfurt).

2006 – Kom(m)ödchen reloaded

Ehring kehrt ans Kom(m)ödchen zurück. Neben einem Platz auf der Bühne bekommt er diesmal auch einen Schreibtisch im Büro angeboten. Ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Fortan teilt er sich mit Kay Lorentz die künstlerische Leitung des Hauses.
Im September 2006 hat das neue Ensembleprogramm Premiere: „Couch – ein Heimatabend“ (Text: Dietmar Jacobs, Christian Ehring) entwickelt sich zum Publikumsrenner. Erstmals seit über zehn Jahren wird ein Kom(m)ödchen-Stück wieder komplett vom WDR-Fernsehen aufgezeichnet.

Im Januar 2009 folgt (inzwischen orientiert man sich an Hollywood) ein klassisches Sequel: „Sushi. Ein Requiem“ greift die Grundidee von „Couch“ auf und entwickelt sie weiter.

2011 – Never change a winning team

Getreu diesem Motto geht das Kom(m)ödchen-Trio Christian Ehring, Maike Kühl und Heiko Seidel mit seinem dritten Programm an den Start: „Freaks. Eine Abrechnung“.

… und heute

Neben seinem Kom(m)ödchen-Engagement tritt Ehring weiterhin solo auf und produziert Texte und Töne für Kollegen auf Mattscheibe und Bühne. Er arbeitet für diverse TV-Produktionsfirmen und schrieb bereits für Dieter Hallervorden, Thomas Freitag, Michael Frowin, Kai Magnus Sting, Simone Solga, Distel (Berlin), Herkuleskeule (Dresden), Kom(m)ödchen (Düsseldorf), Leipziger Pfeffermühle, Käptn Blaubär (WDR), die Kölner Stunksitzung und RTL Freitag Nacht News.

Seit Mai 2009 hat Ehring einen weiteren Nebenjob: Als Außenreporter und multipler Studio-Experte ist er neben Oliver Welke in der ZDF „Heute-Show“ zu sehen.

Ab Sommer 2011 tritt er in die Fußstapfen von Tobias Schlegl und moderiert für den NDR jede Woche die Traditions-Satire „Extra 3“, ein mal im Monat Donnerstags in der ARD. Inzwischen ist Ehring so oft im Fernsehen, dass er sich gezwungen sieht, das eigene TV-Gerät abzuschaffen: „Sorry, aber ich kann den Typen inzwischen echt nicht mehr sehen.“

Christian Ehring lebt in Düsseldorf und trägt das mit Fassung.

Trotz seiner zutiefst bürgerlichen Existenz ist er ein Mensch voller Fragen, Zweifel und Widersprüche geblieben. Rastlos, getrieben, und immer auf der Suche. Meistens nach seinem Autoschlüssel.

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