Biografie Matthias Brodowy

WIE ALLES ANFING

Geboren an einem Julitag des Jahres 72 des vergangenen Jahrhunderts im vergangenen Jahrtausend in der Stadt Heinrichs des Löwen. Über Wolfsburg und Hildesheim schließlich Mitte der 70er in Hannover sesshaft geworden; Brodowy ist also quasi ein Hannoveraner mit Migrationshintergrund. Dort Schule besucht, Messdiener und Organist gewesen, Zivildienst abgeleistet und schließlich auch an der Leine studiert.

NOTE FÜR NOTE

1976: Zur Silberhochzeit seiner Großeltern fordert der Vierjährige ein ums andere Mal die Band auf, sein Lieblingslied „Schmidtchen Schleicher“ (mit den elastischen Beinen…) zu spielen. Wie auf dem Foto zu erkennen, spielte er selbst auch auf. Diese Zeit wird später als seine „dissonante Phase“ in die Geschichte eingehen.

Nachdem er sich dem Akkordeon autodidaktisch genähert hatte, folgte nun ein straffes musikalisches Regiment: Der Blockflötenunterricht. O-Ton Brodowy: „Es gibt für ein Kind nichts schöneres als in der Adventszeit in einem Pulk mit 70 anderen blockflötenden Kindern in die Altersheime der Stadt zu ziehen, um dort Menschen die Ohren voll zu fiepen, die sich nicht mehr dagegen wehren können!“
Mit neun Jahren kam dann endlich das langersehnte Klavier. Dadurch wird wohl der Grundstein zu seiner späteren Berufslaufbahn gelegt.

Als Teenager verdient er sich sein erstes Geld als Schunkelbarde in Seniorenclubs und als Pianist bei einer Damengymnastikgruppe (kein Scherz!).
Neben der Gitarre kommt als neues Instrument die Kirchenorgel und damit die nächste Einnahmequelle dazu. Mitte der 90er: Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker („C-Schein“-Organist und Chorleiter) und Tätigkeit als solcher. Nebenbei probiert sich Brodowy in verschiedenen Bands mal als Keyboarder, mal als Sänger, mal als E-Gitarrist. Es gelingt ihm allerdings nicht, ein zweiter Grönemeyer zu werden.

DIE PROFILACHTICKER

1989 gründete sich in Folge einer Projektwoche ein Kabarettensemble an der Herschelschule, zu dem Brodowy mehr zufällig stieß. Dafür blieb er bis zum Schluss dabei. In den zehn Profilachticker-Jahren entstanden elf Programme. Da sich die Gruppe bis heute nicht offiziell aufgelöst hat, ist weiterhin mit allem zu rechnen. Es gibt durchaus ernst zu nehmende Verschwörungstheoretiker, die vermuten, dass die Profilachticker zusammen mit den Templern und Rosenkreuzern nach der Weltherrschaft streben.

BERUF ODER BERUFUNG

Nach seinem Zivildienst nimmt Brodowy sein Studium auf. Geschichte und Germanistik für das Höhere Lehramt, zwei Jahre später kommt als neues Hauptfach die katholische Theologie dazu. Auch wenn er durchaus gerne Beamter auf Lebenszeit geworden wäre, kann er nicht gegen seine Berufung an. Er entscheidet sich, das Hobby zum Beruf zu machen und wird Kabarettist.

…UND DANN KAM DAS „SCHWARZE SCHAF“

Im März 1999 erhielt Brodowy von Hanns Dieter Hüsch den Kabarettpreis „Das schwarze Schaf“
(s. auch www.dasschwarzeschaf.com). Hüsch war damals Juryvorsitzender und Schirmherr des Wettbewerbes. Direkt danach ging Brodowy auf seine erste Deutschlandtournee. Im Jahr 2000 folgte als weitere Auszeichnung der „Prix Pantheon“ und kurz danach der Kabarettpreis „Sprungbrett“ des Deutschen Handelsblattes. Im Dezember 2000 war Brodowy der einzige Bühnengast bei Hanns Dieter Hüschs Abschied von der Tourneebühne im Adolfinum in Moers, Hüschs alter Schule.

Neben allen Bühnenaktivitäten arbeitet Brodowy regelmäßig für Radio und Fernsehen. Für seine Kurzcomedy „Kochen mit Wok“ wurde er mit dem „radio-ffn-comedy-award“ ausgezeichnet.
Eine seiner großen Leidenschaften ist das Varietè. Als Conferéncier geleitet er unter anderem im legendären Hamburger Hansatheater und im GOP Hannover das Publikum durch die Abende.
Bis heute entstanden acht Soloprogramme, zurzeit ist er mit seinem Chaoskabarett „Kopfsalat“ und dem best-of “Bis es Euch gefällt” auf Tournee.
Parallel dazu spielt Brodowy mit dem Hamburger Puppenspieler Detlef Wutschik (Werner Momsen) „Die große Bert Engel Show“, die es auch in einer plattdeutschen Variante zu sehen gibt.Und im Februar 2015 feierten die beiden mit “Och… Zwei Nordlichter sprechen sich aus” Premiere.
Seine musikalische Ader lebt Brodowy mit dem musikalisch-literarischen Programm „Matthias Brodowy – In Begleitung“ aus. Zusammen mit Carsten Hormes (Bass) und Wolfgang Stute (Gitarre/Cajon) ist er mit diesem Kabarett-Konzert unterwegs. 2013 wurde “Brodowy – In Begleitung” mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson ausgezeichnet.

Am 11. September 2016 feiert das neunte Programm “Gesellschaft mit beschränkter Haltung” Premiere im Theater am Aegi in Hannover.

Auszeichnungen:

– 1. Niederrheinischer Kabarettpreis „Das schwarze Schaf“, überreicht
von Schirmherr Hanns Dieter Hüsch
– „Prix Pantheon 2000“ (Publikumspreis)
– „radio-ffn-comedy award“
– 2. Platz „Passauer Scharfrichterbeil“
– Hessischer Kleinkunstpreis 2001
– „Scherzheimer Kuh“
– „Gießener Kabarett- und Comedy-Cup“
– „Lüdenscheider Lüsterklemme“
– „Magdeburger Kugelblitz“
– „Sprungbrett“ – verliehen vom Deutschen Handelsblatt im
Düsseldorfer Kom(m)ödchen
– „Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder“
– „Reinheimer Satirelöwe“
– „Jugend Kulturell Kabarettpreis“ der Vereins- und Westbank
– „Lindener Spezialist 2006“
– Münsterländer Kabarettpreis „Kiep 2010“ (Publikums- und Jurypreis)
– Deutscher Kleinkunstpreis 2013

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