CD Frank Lüdecke: Der Nullblicker

Kabarett als Überlebenskunst

ISBN 978-3-931265-24-3

15,90

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Beschreibung

Inhalt:

1. Fred 5:08
2. Thales geht spazieren 7:16
3. Soziologen im Treppenhaus 7:59
4. Wie ick mal Kult war 6:19
5. Assistent-Chief-of-High-Fidelity-Headquarters 6:09
6. Die Sprache der Liebe (Musik: Eckhoff / Lüdecke) 2:56
7. Neun Sitze 4:17
8. Gesundheitskasse & Gruppenleiter 5:36
9. Arizona 6:36
10. Typ B, Modell Nizza 4:31
11. Phosphor, Eisen, bisschen Kalium 12:35
12. Teilerfolg 3:13
13. Das Leben ist schön (Killing me softly, Musik: Fox) 4:22

Aufgenommen live am 23.10.1999 im Düsseldorfer Kom(m)ödchen
Produziert von Christian Franzkowiak
© con anima Verlag 2000

Über das Programm:

Ist der moderne Mensch einsam? Oder hat er nur seit vier Wochen keine Message auf’m AB? Warum besteht die afrikanische Stammesfamilie nur noch aus Vater-Mutter-Kind und einem Ethnologen? Und wer wurde eigentlich zuerst entwaffnet? Die UCK im Kosovo? Oder die Grundschüler in Arizona? Machen Sie sich keine Gedanken! Schwupp! – schon ist das Puzzle der Moderne neu zusammen-gesetzt! Und – selten im Kabarett! – Orientierungslose erhalten nützliche Tips und Tricks zur Daseinsbewältigung! Es schlägt die Stunde des NULLBLICKERS.

Vorwort von Frank Lüdecke:

Die Wirklichkeit unseren Bedürfnissen anzupassen, ist eine ehrenvolle Aufgabe. Seit einiger Zeit beschallen Supermarktketten ihre Parkplätze mit Mozart, um herumlungernde Jugendliche zu vertreiben. Anlass für Kulturpessimismus? Im Gegenteil. Der Einsatz klassischer Musik in der Verbrechensprophylaxe offenbart ein erstaunlich kreatives Potential der Krisenbewältigung. Während beispielsweise die Medien im Verschwinden der Treue einen Werteversust beklagen, entdecken Soziologen bereits die „serielle Monogamie“. Aus Krankenkassen werden Gesundheitskassen, es geht in der Tat aufwärts.
Der „Nullblicker“ sollte ein Programm werden, das sich mit existenziellen Fragen in moderner Zeit beschäftigt (holla!). Liebe, Kult, Zusammenleben und Tod, nicht gerade kabarettistische Dauerbrenner, aber dafür fand Thales von Milet Platz. Vieles ist derzeit in derKrise. Die Menschheit natürlich, aber das Kabarett auch, wie ich gelesen habe. In der Krise deshalb, weil es früher wie heute von der Personifizierung lebe. Dass aber Charaktere Geschichte machen, sei früher schon nicht besonders richtig gewesen und mittlerweile sei es ziemlich falsch.
Trotzdem bin ich zutiefst überzeugt, dass Kabarett mehr vermag, als die Frisur Angela Mergels zu enttarnen. Überhaupt ist die Sache mit den Entlarven im Kabarett schwierig geworden. Viele Zuschauer lesen inzwischen selbst die Zeitung und manche sehen sogar „Monitor“. Ich empfinde jedenfalls Mozart aus Lautsprecherboxen amerikanischer Supermarktketten (inzwischen auch schon europäischer Bahnhöfe) für unsere Zeit aussagekräftiger als die Tatsache, dass Politiker großer Volksparteien Schmiergelder entgegen genommen haben. Denn das haben Politiker großer Volksparteien immer schon getan, wenn wir den antiken Kabarettisten glauben dürfen …

Die Wirklichkeit unseren Bedürfnissen anzupassen, ist eine ehrenvolle Aufgabe. Seit einiger Zeit beschallen Supermarktketten ihre Parkplätze mit Mozart, um herumlungernde Jugendliche zu vertreiben. Anlass für Kulturpessimismus? Im Gegenteil. Der Einsatz klassischer Musik in der Verbrechensprophylaxe offenbart ein erstaunlich kreatives Potential der Krisenbewältigung. Während beispielsweise die Medien im Verschwinden der Treue einen Werteversust beklagen, entdecken Soziologen bereits die „serielle Monogamie”. Aus Krankenkassen werden Gesundheitskassen, es geht in der Tat aufwärts.
Der „Nullblicker” sollte ein Programm werden, das sich mit existenziellen Fragen in moderner Zeit beschäftigt (holla!). Liebe, Kult, Zusammenleben und Tod, nicht gerade kabarettistische Dauerbrenner, aber dafür fand Thales von Milet Platz. Vieles ist derzeit in derKrise. Die Menschheit natürlich, aber das Kabarett auch, wie ich gelesen habe. In der Krise deshalb, weil es früher wie heute von der Personifizierung lebe. Dass aber Charaktere Geschichte machen, sei früher schon nicht besonders richtig gewesen und mittlerweile sei es ziemlich falsch.
Trotzdem bin ich zutiefst überzeugt, dass Kabarett mehr vermag, als die Frisur Angela Mergels zu enttarnen. Überhaupt ist die Sache mit den Entlarven im Kabarett schwierig geworden. Viele Zuschauer lesen inzwischen selbst die Zeitung und manche sehen sogar „Monitor”. Ich empfinde jedenfalls Mozart aus Lautsprecherboxen amerikanischer Supermarktketten (inzwischen auch schon europäischer Bahnhöfe) für unsere Zeit aussagekräftiger als die Tatsache, dass Politiker großer Volksparteien Schmiergelder entgegen genommen haben. Denn das haben Politiker großer Volksparteien immer schon getan, wenn wir den antiken Kabarettisten glauben dürfen …

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